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Mozartgemeinde Wien
                           
     
 

 

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Preise und Auszeichnungen
Nach dem Zweiten Weltkrieg verlieh die Mozartgemeinde mehrere Musikpreise, zwei von ihnen wurden bald zu Traditionspreisen des Wiener Musiklebens.

Der seit 1963 vergebene Mozartinterpretationspreis (im Jahr 1999 letztmals vergeben) wurde von der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes gesponsert.
 


Der Musikpreis „Wiener Flötenuhr“

Der Schallplatten – bzw. CD-Preis „Wiener Flötenuhr“ wird seit 1969 als einer der wenigen derartigen österreichischen Musikpreise vergeben. Der Preis wird für bemerkenswerte Einspielungen von Werken Mozarts auf Tonträgern verliehen. Ursprünglich wurde er jährlich verliehen, seit einigen Jahren nur mehr alle zwei Jahre. Der Preis wurde von Anfang an – und wird es auch heute noch - durch das Kulturamt der Stadt Wien gefördert. Die jeweiligen Preisträgerinnen oder Preisträger bestimmt ausschließlich der Vorstand der Mozartgemeinde Wien.
Aus Anlass der ersten Verleihung des Preises im Jahr 1969 wurde vom akademischen Bildhauer Prof. Fritz Tiefenthaler jene „Wiener Flötenuhr“ entworfen, die als Hintergrundbild auf den verliehenen Preisurkunden dient. Es handelt sich hierbei um eine feuervergoldete Reliefgussplatte, auf der eine historische Musikspieluhr (Musikspielschrank) zu sehen ist. Die Gußplatte trägt am rechten und linken Rand die Schriftzüge „Schallplattenpreis Flötenuhr“ bzw. „Mozartgemeinde Wien“. Die Anregung zur Anfertigung dieser „Flötenuhr“ kam vom damaligen Ehrenvorstand der Mozartgemeinde, Prof. Hans Sittner. Ganz bewußt wollte man als Symbol für den zu jener Zeit ins Leben gerufenen neuen Schallplattenpreis eine derartige Darstellung wählen, sollte doch die „Flötenuhr“ Bezug auf späte Kompositionen Mozarts für Spieluhren bzw. mechanische Walzen (z.B. KV 594, 608) nehmen. Sittner erinnerte sich in den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts an einen wenige Jahre nach Mozarts Tod angefertigten Musikschrank im Empirestil mit ägyptischen Zauberflötenmotiven und 54 gedeckten und offenen Holzpfeifen, den er auf einer Reise kennen gelernt hatte. Dieser Musikschrank war in privatem Besitz, wurde aber später dem Leipziger Musikinstrumentenmuseum übergeben, wo er in der Folge verwahrt wurde. Hans Sittner hatte auch Gelegenheit, dafür konzipierte Mozart-Werke auf diesem Instrument zu hören. Nach Zeichnungen, die Sittner selbst anfertigte, wurde schließlich die „Wiener Flötenuhr“ von Fritz Tiefenthaler hergestellt. Der in Osttirol 1929 geborene Bildhauer jahrelang Professor an der damaligen Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Er entwarf u.a. im Jahr 1982 die 500 Schilling-Münze „825 Jahre Mariazell“.
Bis 1982 bekamen die produzierenden Schallplattenfirmen eine Nachbildung der „Wiener Flötenuhr“, den ausgezeichneten Künstlern wurden Urkunden überreicht, auf denen die Leipziger Flötenuhr, das Vorbild für die „Wiener Flötenuhr“, dargestellt war. Seit den späten Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde - aus finanziellen Gründen – auf die Überreichung der Nachbildung der Flötenuhr verzichtet. Ab den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts ging man dazu über, nicht mehr die Platten- bzw. CD-Firmen auszuzeichnen, für bemerkenswerte Einspielungen Mozart´scher Werke auf Tonträgern wurden seit damals die jeweiligen Künstlerinnen und Künstler direkt ausgezeichnet. Einer langjährigen Tradition folgend, wird der Preis „Wiener Flötenuhr“ jeweils in einem so genannten Preisträgerkonzert überreicht. Die Originalgußplatte der „Wiener Flötenuhr“ von Fritz Tiefenthaler wird heute, wie das gesamte Archiv der Mozartgemeinde Wien, im Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrt (Wiener Stadt- und Landesarchiv; Private Institutionen, Mozartgemeinde Wien).
Auf den in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ausgezeichneten Schallplatten finden sich prominente Künstler und Ensembles wie etwa die Wiener Philharmoniker, die Camerata academica des Salzburger Mozarteums, die Academy of St. Martin in the Fields oder das London Philharmonic Orchestra, die Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, Karl Böhm, Neville Marriner, Bernhard Klee, die InterpretInnen Edda Moser, Peter Schreier, Maurizzio Pollini, Jörg Demus, das Amadeus-Quartett, das Alban Berg-Quartett oder das Küchl-Quartett.
 



Der Erich-Schenk-Preis

Der im Jahre 2003 erstmals vergebene „Erich-Schenk-Preis“ geht auf eine Stiftung von Margaretha Schenk (1912 – 1999), Witwe des bedeutenden Mozartforschers und Musikwissenschaftlers Erich Schenk (1902 – 1974), zurück. In ihrem Testament bedachte Margaretha Schenk die Mozartgemeinde Wien mit einem namhaften Betrag. Das Legat war  mit der Auflage verbunden,  einen Förderungspreis für junge Musiker ins Leben zu rufen, der den Namen ihres damals schon verstorbenen Gatten tragen sollte. In letzter Zeit wurde in Medien die Einstellung Erich Schenks zum NS-Gedankengut thematisiert. Mit dem folgenden, von Erich Schenks Schüler Univ. Prof. Dr. Theophil Antonicek verfassten Text möchte der gesamte Vorstand der Mozartgemeinde Wien dazu Stellung nehmen.

Der Preis zur Förderung junger Musiker wurde von Frau Margaretha Schenk (1912-1999) im Andenken an ihren verstorbenen Gatten Erich Schenk (1902-1974) gestiftet und trat an die Stelle des früheren durch die Kunstsektion des Bundeskanzleramtes geförderten „Mozartinterpretationspreises“, der 1998 ersatzlos gestrichen worden war. Dankenswerterweise fand sich in Margaretha Schenk eine großzügige Privatperson, die in ihrem Testament den neuen Preis verfügte.

Erich Schenk war einer der renommiertesten österreichischen  Musikwissenschaftler und hat dieses Fach von 1940 bis zu seiner Emeritierung 1971 an der Universität Wien vertreten. Eines seiner Hauptforschungsgebiete war Mozart, dem er eine 1955 erstmals erschienene Biographie und zahlreiche weitere Arbeiten gewidmet hat. Schenk hat sich um den Wiederaufbau der Musikwissenschaft in Wien nach dem Zweiten Weltkrieg zweifellos große Verdienste erworben (auch im Rahmen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Denkmäler der Tonkunst in Österreich) und unter anderem  verschiedene Publikationsreihen wiederbelebt oder neu begründet. Seine Berufung zum wirklichen Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie zum Dekan der philosophischen Fakultät (1950/51) und Rektor (1957/58) der Universität Wien hat zum Ansehen der Disziplin im akademischen Leben viel beigetragen. Seine zweifellos schillernde und durchaus autoritär auftretende Persönlichkeit hat ihm zusammen mit seiner wissenschaftlichen Kompetenz von seinen Schülern teilweise große Verehrung, in Verbindung mit seinem undurchsichtigen Verhalten während der NS-Zeit nach seinem Ableben aber auch viel an Feindseligkeit und Ablehnung eingetragen. Über das letztgenannte Kapitel kann ein wirkliches Urteil mangels fundierter Gesamtuntersuchung bis jetzt nicht gesprochen werden. Seit seinem Tod im Jahr 1974 wird immer wieder über seine Rolle während des Zweiten Weltkrieges spekuliert, Einzelhinweisen auf regimefreundliche und sogar antisemitische Haltung steht beispielsweise seine offensichtliche Mitwirkung an der Verhinderung der Deportation Guido Adlers entgegen. Voreilige Verurteilungen sind jedenfalls ebenso fehl am Platz wie die Einbeziehung der Preisträger und des Vermächtnisses seiner Witwe in die Auseinandersetzungen. Margaretha Schenk hat im besten Glauben beabsichtigt, mit dem Preis einen Beitrag zur Förderung des Musiklebens zu erwirken.


 

„Goldener Mozart-Ring“

Im Jahr 1995 stiftete eine private Sponsorin den so genannten „Goldenen Mozart-Ring“ und übergab ihn in das Eigentum der Mozartgemeinde Wien. Mit der Stifterin wurde vereinbart, dass der Ring im Abstand von etwa fünf Jahren an Künstlerinnen oder Künstler bzw. an Persönlichkeiten des Kulturlebens weitergegeben werden soll, die sich um das Werk Mozarts und dessen Interpretation große Verdienste erwarben. Die Wahl eines neuen Trägers oder einer neuen Trägerin dieses Ehrenringes nimmt die Mozartgemeinde Wien in Übereinstimmung mit dem jeweils letzten Träger bzw. der letzten Trägerin des Ringes vor.
Die Stifterin, Frau Eugenie Baier, trennte sich von diesem Ring, der als Unikat nach einem Entwurf ihres verstorbenen Gatten angefertigt worden war, weil sie auf diese Weise ihrer tiefen Verbundenheit mit der Musik Ausdruck geben wollte.
 

 

 
 
 
 
 
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