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Nach dem Zweiten Weltkrieg verlieh die Mozartgemeinde mehrere Musikpreise, zwei von ihnen wurden bald zu Traditionspreisen des Wiener Musiklebens.

Der seit 1963 bestehende „Mozartinterpretationspreis“
wurde von der Kunstsektion des Bundeskanzleramtes gesponsert und
1999 das letzte Mal vergeben. Unter den insgesamt 35
Preisträgerinnen und Preisträgern findet man bedeutende
Persönlichkeiten des Musiklebens, so wurden mit diesem
Musikpreis u.a. Rudolf Buchbinder (1970), Rainer Küchl (1973),
Angelika Kirchschlager (1993), Stefan Vladar (1994) sowie Till
Fellner (1998) ausgezeichnet.
Der Musikpreis „Wiener Flötenuhr“
Der Schallplatten – bzw. CD-Preis „Wiener Flötenuhr“ wird seit
1969 als einer der wenigen derartigen österreichischen
Musikpreise vergeben. Der Preis wird für bemerkenswerte
Einspielungen von Werken Mozarts auf Tonträgern verliehen.
Ursprünglich wurde er jährlich verliehen, seit einigen Jahren
nur mehr alle zwei Jahre. Der Preis wurde von Anfang an – und
wird es auch heute noch - durch das Kulturamt der Stadt Wien
gefördert. Die jeweiligen Preisträgerinnen oder Preisträger
bestimmt ausschließlich der Vorstand der Mozartgemeinde Wien.
Aus Anlass der ersten Verleihung des Preises im Jahr 1969 wurde
vom akademischen Bildhauer Prof. Fritz Tiefenthaler jene „Wiener
Flötenuhr“ entworfen, die als Hintergrundbild auf den
verliehenen Preisurkunden dient. Es handelt sich hierbei um eine
feuervergoldete Reliefgussplatte, auf der eine historische
Musikspieluhr (Musikspielschrank) zu sehen ist. Die Gußplatte
trägt am rechten und linken Rand die Schriftzüge
„Schallplattenpreis Flötenuhr“ bzw. „Mozartgemeinde Wien“. Die
Anregung zur Anfertigung dieser „Flötenuhr“ kam vom damaligen
Ehrenvorstand der Mozartgemeinde, Prof. Hans Sittner. Ganz
bewußt wollte man als Symbol für den zu jener Zeit ins Leben
gerufenen neuen Schallplattenpreis eine derartige Darstellung
wählen, sollte doch die „Flötenuhr“ Bezug auf späte
Kompositionen Mozarts für Spieluhren bzw. mechanische Walzen
(z.B. KV 594, 608) nehmen. Sittner erinnerte sich in den
Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts an einen wenige Jahre nach
Mozarts Tod angefertigten Musikschrank im Empirestil mit
ägyptischen Zauberflötenmotiven und 54 gedeckten und offenen
Holzpfeifen, den er auf einer Reise kennen gelernt hatte. Dieser
Musikschrank war in privatem Besitz, wurde aber später dem
Leipziger Musikinstrumentenmuseum übergeben, wo er in der Folge
verwahrt wurde. Hans Sittner hatte auch Gelegenheit, dafür
konzipierte Mozart-Werke auf diesem Instrument zu hören. Nach
Zeichnungen, die Sittner selbst anfertigte, wurde schließlich
die „Wiener Flötenuhr“ von Fritz Tiefenthaler hergestellt. Der
in Osttirol 1929 geborene Bildhauer jahrelang Professor an der
damaligen Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Er entwarf
u.a. im Jahr 1982 die 500 Schilling-Münze „825 Jahre Mariazell“.
Bis 1982 bekamen die produzierenden Schallplattenfirmen eine
Nachbildung der „Wiener Flötenuhr“, den ausgezeichneten
Künstlern wurden Urkunden überreicht, auf denen die Leipziger
Flötenuhr, das Vorbild für die „Wiener Flötenuhr“, dargestellt
war. Seit den späten Achtzigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde
- aus finanziellen Gründen – auf die Überreichung der
Nachbildung der Flötenuhr verzichtet. Ab den Neunzigerjahren des
vorigen Jahrhunderts ging man dazu über, nicht mehr die Platten-
bzw. CD-Firmen auszuzeichnen, für bemerkenswerte Einspielungen
Mozart´scher Werke auf Tonträgern wurden seit damals die
jeweiligen Künstlerinnen und Künstler direkt ausgezeichnet.
Einer langjährigen Tradition folgend, wird der Preis „Wiener
Flötenuhr“ jeweils in einem so genannten Preisträgerkonzert
überreicht. Die Originalgußplatte der „Wiener Flötenuhr“ von
Fritz Tiefenthaler wird heute, wie das gesamte Archiv der
Mozartgemeinde Wien, im Wiener Stadt- und Landesarchiv verwahrt
(Wiener Stadt- und Landesarchiv; Private Institutionen,
Mozartgemeinde Wien).
Auf den in den 70er und 80er Jahren des 20. Jahrhunderts
ausgezeichneten Schallplatten finden sich prominente Künstler
und Ensembles wie etwa die Wiener Philharmoniker, die Camerata
academica des Salzburger Mozarteums, die Academy of St. Martin
in the Fields oder das London Philharmonic Orchestra, die
Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, Karl Böhm, Neville Marriner,
Bernhard Klee, die InterpretInnen Edda Moser, Peter Schreier,
Maurizzio Pollini, Jörg Demus, das Amadeus-Quartett, das Alban
Berg-Quartett oder das Küchl-Quartett.
„Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler -
Stiftung Margaretha Schenk“
Neben dem Musikpreis „Wiener Flötenuhr“ vergibt die
Mozartgemeinde Wien auch noch den „Förderpreis für junge
Künstlerinnen und Künstler - Stiftung Margaretha Schenk“. Diesen
2003 erstmals vergebenen Preis stiftete die 1999 verstorbene
Witwe des Musikwissenschaftlers und bedeutenden Mozartforschers
Univ. Prof. Dr. Erich Schenk, Frau Margaretha Schenk. Sie
vermachte der Mozartgemeinde Wien testamentarisch einen
namhaften Betrag unter der Bedingung, dass ein Förderungspreis
für junge Musikerinnen und Musiker, der den Namen ihres
verstorbenen Gatten tragen sollte, gestiftet werde. Bis zum Jahr
2009 wurde der Preis unter dem Namen „Erich-Schenk-Preis“
verliehen. Der Musikwissenschaftler Erich Schenk (1902 – 1974)
gilt als einer der wichtigen Mozartforscher des 20.
Jahrhunderts, ihm verdanken wir eine Mozartbiographie, die noch
heute als Standardwerk angesehen werden kann. Da die
NS-Vergangenheit Erich Schenks den Preis überschattete,
beschloss die Mozartgemeinde Wien nach diesbezüglichen
Kontaktaufnahmen mit einigen relevanten Institutionen (u. a.
Internationale Stiftung Mozarteum und Dokumentationsarchiv des
Österreichischen Widerstandes) eine Umbenennung des Preises
anzustreben. Seit dem Jahr 2012 trägt daher dieser Musikpreis
den Namen „Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler –
Stiftung Margaretha Schenk“ und wird alternierend zum Musikpreis
„Wiener Flötenuhr“ alle zwei Jahre an aufstrebende, junge
Musikerinnen und Musiker vergeben. Der junge Bariton Wolfgang
Schwaiger war der erste Künstler, der den Förderpreis unter
seinem neuen Namen entgegennehmen konnte (2012).
„Goldener Mozart-Ring“
Im Jahr 1995 stiftete eine private Sponsorin den so genannten
„Goldenen Mozart-Ring“ und übergab ihn in das Eigentum der
Mozartgemeinde Wien. Mit der Stifterin wurde vereinbart, dass
der Ring im Abstand von etwa fünf Jahren an Künstlerinnen oder
Künstler bzw. an Persönlichkeiten des Kulturlebens weitergegeben
werden soll, die sich um das Werk Mozarts und dessen
Interpretation große Verdienste erwarben. Die Wahl eines neuen
Trägers oder einer neuen Trägerin dieses Ehrenringes nimmt die
Mozartgemeinde Wien in Übereinstimmung mit dem jeweils letzten
Träger bzw. der letzten Trägerin des Ringes vor.
Die Stifterin, Frau Eugenie Baier, trennte sich von diesem Ring,
der als Unikat nach einem Entwurf ihres verstorbenen Gatten
angefertigt worden war, weil sie auf diese Weise ihrer tiefen
Verbundenheit mit der Musik Ausdruck geben wollte.
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Die letzten zehn TrägerInnen der „Wiener Flötenuhr“ |
Alban Berg-Quartett (1996)
Ruth Ziesak (1997)
Bo Skovhus (1998)
Margarete Babinsky (1999)
Anton Scharinger (2001)
Edith Lienbacher (2003)
Barbara Moser/Joanna Madroszkiewicz (2005)
Haydn Trio
Eisenstadt (2007)
Bertrand de Billy (2009)
Michael Schade (2011) |
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Die TrägerInnen des "Förderpreises für junge
Künstlerinnen und Künstler - Stiftung Margaretha Schenk" |
Klavierduo Kutrowatz (2003)
Matthias Soucek (2004)
Charlotte Baumgartner (2005) Petra Stump / Heinz-Peter
Linshalm (2006)
Ute Ziemer (2007)
Philharmonisches Steude-Quartett (2008)
Matthias Bartolomey (2009)
Wolfgang Schwaiger (2012) |
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